Wort zum Sonntag, den 26. Juli 2020 in Wuppertal-Elberfeld/Ostersbaum

 

Jesus stillt den Sturm

Früher als ich in die Sonntagschule ging, war ich völlig überzeugt: Jesus kann alles.
Wurden Fragen gestellt, ...   Antwort: Jesus.
Das passte immer (dachten ich jedenfalls).

Erst später fiel mir auf:
Keiner bleibt neutral, wenn er zu Jesus kommt.
Jesus kann tatsächlich alles.
Jesus verändert alles.
 - Seine Wunder,
 - Seine Autorität,
 - Seine Kraft,
 - Seine Worte.
Einzigartig!

Meine Hoffnung ist, dass Du heute hierhergekommen bist, Jesus siehst und nach Hause gehst – verändert, weil .... ER Dich berührt hat.

Und irgendwie geschieht alles über dieses Buch!
Alles in diesem Buch ist über Jesus. Alles in unserem Leben steht im Zusammenhang mit Jesus. Und auch jetzt diese Stunde, warum wir hier zusammen sind.

Und es ist auch alles über IHN in diesem Buch und in dem Buch, aus dem der Predigttext ist, dem Evangelium nach Markus. Kap.4,35:
Und an jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Lasst uns ans andere Ufer fahren!«

Eine solche Einführung weist auf einen Zusammenhang hin.
Zu diesem Zeitpunkt war ca. die Hälfte von Jesu Dienst hier auf der Erde herum. Er predigte, heilte Menschen, trieb Dämonen aus. Und er tat alles völlig anders als bis dahin bekannt.
Es wurde in der ganzen Umgebung bekannt. Es war so ungewöhnlich.
Und Menschen reagierten ganz unterschiedlich. Die Einen waren glücklich und berührt und bewunderten IHN und andere wurden böse und verachteten IHN. 

Bis zu diesem Zeitpunkt in Mar.4 hatte Jesus 5 Auseinandersetzungen mit den damaligen religiösen Führern, den Pharisäern. Und erfuhr eine ja geradezu feindliche Ablehnung. Sie gipfelte darin, dass sie sagten in Kap. 3,22:
»Er steht im Bund mit Beelzebub (ein anderer Name für den Satan); er treibt die Dämonen mit Hilfe des Obersten der Dämonen aus.«

Von da an sprach er öffentlich nur noch in Gleichnissen. Die, die Ihm zugewandt waren konnten das verstehen und die, die Ihn ablehnten verstanden es nicht mehr.
Nach dieser Ablehnung, diesem Widerstand nahm Jesus seine Jünger zur Seite und nun wollte er auf die andere Seite des Sees.

Also noch einmal unser Text:
35 Und an jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: »Lasst uns ans andere Ufer fahren!«
36 Sie schickten die Menge nach Hause, stiegen in das Boot, in dem Jesus bereits war, und fuhren mit ihm ab. Einige andere Boote begleiteten sie.
37 Plötzlich brach ein heftiger Sturm los; die Wellen schlugen ins Boot, und es begann sich mit Wasser zu füllen.

Seht Ihr, was hier steht! Jesus sagt: Lasst uns ans ...

Was macht Jesus? Er leitet die Jünger und sich selbst in eine Situation, wo er wusste, dass es in einen Sturm enden würde.

Manchmal kommen wir im Laufe unseres Lebens in Stürme, die wir aber selbst verursacht haben, manchmal sogar durch Ungehorsam. Aber hier fordert Jesus Seine Jünger auf. Und tatsächlich kann es geschehen, dass wir in einen Sturm gelangen, weil wir Jesus bzw. Gott gehorchen. Und die Wahrheit ist. Wir werden nicht bewahrt vor jeder Herausforderung. Und es gibt keine Verheißung, dass wir nicht manchmal durch Stürme müssen.

Aber, ...           Gott hilft durch diese Stürme!

Und hier. Ein Sturm. Ein Sturm, von dem die Jünger wohl wussten, sie waren ja Fischer, das war kein kleiner. Und Jesus?

Lesen wir weiter in Vers 38:
Jesus aber schlief im hinteren Teil des Bootes auf einem Kissen.

Er war wirklich müde, ein langer harter Tag für Ihn.

Und ist das nicht komisch? Er führt die Jünger einen Weg in die Mitte des Sturms und Er schlief?

Wir können die Jünger verstehen, die Ihn völlig verständnislos und vielleicht sogar ein bisschen entrüstet wecken, weiter in Vers 38:

Die Jünger weckten ihn und schrien (ja sie schrien sogar):
»Meister, macht es dir nichts aus, dass wir umkommen?«

Macht es dir nichts aus? Sorgt es dich nicht? Was für ein Vorwurf? Was muss Jesus gedacht haben?

Die Jünger sind in Panik. Aber Jesus ist ruhig.

Geht uns das nicht auch so? Wir geraten so schnell in Panik. Wir werden hektisch. Überlegen alle Optionen. Handeln oft übereilig.

Aber Jesus bleibt ruhig. Er hat alle Kraft und Macht und tatsächlich, Er demonstriert diese in Vers 39:
Jesus stand auf, wies den Wind in seine Schranken und befahl dem See: »Schweig! Sei still!« Da legte sich der Wind, und es trat eine große Stille ein.

Ich denke an die Sonntagschulzeit. Ja, Jesus kann das, keine Frage. Mein kindlicher, sorgloser Glaube. Aber schauen wir uns das Wunder genauer an. Jesus weißt den Wind in Seine Schranken und befiehlt den Wellen. Wer war schon einmal am Meer, wenn es so richtig stürmisch ist und die Wellen hochschlagen? Kann man sich das vorstellen, das von einem Moment zum anderen, die See total glatt ist und kein Wind mehr geht?

Das kann nur der, der die Naturgesetze gemacht hat.

Er kann sie außer Kraft setzen und etwas geschehen lassen, dass es noch nie gegeben hat. Er hat die Autorität zu Ihnen zu sprechen, ihnen zu befehlen. Er befiehlt hier keinen Menschen, Er befiehlt dem Wind und den Wellen, und sie gehorchen. Sie hören auf die Stimme des Meisters, des Schöpfers.

Und nachdem Jesus den Wind und die Wellen gestillt hat spricht ER:
40 »Warum habt ihr solche Angst?«, sagte Jesus zu seinen Jüngern. »Habt ihr immer noch keinen Glauben?«
41 Jetzt wurden sie erst recht von Furcht gepackt. Sie sagten zueinander: »Wer ist nur dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?«

Jesus versetzt seine Jünger in echte Unruhe. Er fragt nach ihrem Glauben, nach ihrem Vertrauen.
Der Sturm war vorbei, aber für die Jünger wurde es stürmisch in ihren Herzen und sie fragen sich: „Wer ist nun dieser?“.

Jesus erwartet vertrauen von den Jüngern und übrigens auch von uns! Er erwartet, dass sie glauben, dass wir glauben.

Und hier ist der 1. Punkt, den es bei dieser Geschichte zu verstehen gilt:

  • In dieser Geschichte geht es nicht um uns.

Gerne nehmen wir solche Geschichten und freuen uns daran, dass Jesus die Stürme unseres Lebens beruhigt. Wir klammern uns daran. Wir projizieren das in unser Leben. Aber hier geht es nicht um uns.

Ja klar, Jesus kann Ruhe in unser Leben bringen. Ja, Jesus kann Frieden bringen in all den Auf und Abs. Aber hier in Markus geht es nicht darum. Und wenn wir noch einmal genau hinsehen.

Es war nach der Beruhigung des Sturms und der Glättung der Wellen.

In den Herzen der Jünger war es nicht ruhig. Sie waren nicht in Frieden. Sie wurden von Furcht gepackt. Sie waren mehr beunruhigt als in dem Sturm. Nach der Beruhigung des Sturms auf dem See kam ein Sturm in ihren Herzen auf. Diese Geschichte geht nicht darum, um Frieden zu bekommen. Denn als die See ruhig war, gab es keinen Frieden im Herzen der Jünger. In dieser Geschichte geht nicht um uns, in dieser Geschichte geht es nicht um Dich, um deine Stürme, deine Beziehungen, deine Umstände. Es geht um dies,

und das ist der 2. Punkt

  • Es geht alles um Jesus!

Markus hat das Buch geschrieben, weil er die Geschichte von Jesus, dem Sohn Gottes wiedergeben wollte (Kap. 1). Die Juden erwarteten Jesus den Messias. Den Messias, der sie retten würde von der Herrschaft der Römer, der endlich die Herrschaft antreten würde für Israel auf der Erde.

Aber Markus schriebt das Evangelium, weil er Jesus beschreiben wollte, wer er ist:
 - kraftvoll,
 - autorisiert,
 - lebensverändernd.

Die Geschichten die Markus wiedergibt sind kraftvoll, weil die Person, die er beschreibt, kraftvoll ist.
Und wenn hier von der Stillung des Sturms die Rede ist dann geht es darum, wie machtvoll Jesus ist.

Markus richtet den Fokus auf diesen Jesus.

Die Jünger sagen am Ende der Geschichte: Wer ist dieser?
Wer ist dieser, dass ihm auch der Wind und die Wellen gehorchen?

Jesus hatte Kranke geheilt, Aussätzige wurden befreit und gesund, er hat Dämonen ausgetrieben. Aber hier offenbarte sich Jesus als der Schöpfer.

Als die Jünger mit Jesus, nach dieser Geschichte auf der anderen Seite des Sees ankamen tat Jesus wieder ein Wunder. Er trieb Dämonen aus und in eine Schweineherde, die dadurch in den See fiel. Und da fiel wieder Furcht auf die Jünger. Da ging es sogar so weit, dass die Menschen Jesus baten wegzugehen. Sie erfahren ein Wunder und sie wollten, dass Jesus sie verlässt. Bloß weg! Jesus machte Ihr Leben wirklich unkomfortabel.

Es wurde für sie unbequem.

Und wieder weiter heilt Jesus eine kranke Frau und diesmal rühmt er den Glauben. Bei den Jüngern fordert er Glauben ein. Aber in dieser weiteren Geschichte da lobt er den Glauben der Frau. Jesus ist mal wieder in einer Volksmenge und eine Frau drängt heimlich sich an Ihn heran, nur um Ihn zu berühren, nur um Sein Gewand anzufassen, damit sie geheilt würde und Kraft strömt aus Ihm und sie wurde geheilt.

Diese Geschichten zeigen, wie kraftvoll, wie machtvoll Jesus ist. Und das reißt aus der Komfortzone und kann Angst bereiten.

Leute geraten in Furcht, wenn sie Gottes Macht und Kraft sehen, aber hier war eine Frau, die an die Kraft glaubte und nicht in der Menge blieb, sondern Jesus berührte. Sie kam ihm ganz nah.

Und hier möchte ich eine Frage stellen, an mich ... an Euch:

Glaube ich an die Macht Jesu und bin ich bereit meine Komfortzone zu verlassen?

Glaubt Ihr an die Macht Jesu und seid Ihr bereit Eure Komfortzone zu verlassen?

Einige von uns kennen Jesus schon lange. Wir können über ihn reden, schlaue Sätze in der Bibelstunde fallen lassen. Wir können uns ellenlang über Zusammenhänge in der Bibel auslassen. Wir reden schlau über unser Verständnis über die Offenbarung usw. usw. Aber sind wir noch berührt von der Frage: „Wer ist denn dieser?“

Und ich glaube das ist die Frage, die wir für uns ganz persönlich beantworten müssen:

„Wer ist dieser?“                   „Wer ist Jesus?

Theoretisch stimmen wir dem zu. Jesus ist machtvoll, Er ist kraftvoll, Er hat Autorität, Seine Worte haben Autorität.

Er ist der Schöpfer wie 1.Mo.1 beschreibt und in Kol.1 bestätigt wird. Er ist der Schöpfer, der den See gemacht hat und Er ist derjenige, der hier in Mark.4 im Boot steht und dem Wind und den Wellen gebietet. Bewegen uns diese Worte?

1. Es geht nicht um uns!
2. Es geht um Jesus!  -  
und das ist irgendwie abgefahren:
3. Wir sind involviert in Seiner Geschichte!

Wie?

Jesus sagt bevor es in den Sturm ging in V34: „Lasst uns an andere Ufer fahren!“

Er lässt die Jünger wissen, dass sie ankommen an der anderen Seite. Das war Sein Plan. Und wir können das auch für unsere Zukunft wissen. Er hat einen Plan und er hat zugesagt, dass wir ankommen werden. Das war eigentlich das, woran die Jünger im Sturm glauben sollten. Jesus saß im Boot, Er hat sie geheißen überzusetzen und wenn er das sagt, dann kommt man auch an.

Wie ist das bei uns?

Lassen wir nicht auch oft den Sturm und die Umstände über Gottes Verheißungen überhand gewinnen.

Ja, dass sie quasi Gottes Wort überschreiben.

Glauben wir wirklich Seinen Zusagen. Wenn er uns heißt zu gehen, dann werden wir ankommen auch wenn Stürme da sind. Die Stürme fallen nicht aus, aber er bringt uns durch. Warum lässt Gott Stürme und wilde Umstände zu, weil wir glauben lernen sollen, dass diese nicht mächtiger sind als seine Zusagen, weil wir Ihn besser kennenlernen sollen. Wenn wir Jesus fürchten über alles, wenn wir über alles Seinem Wort vertrauen, über alle Stimmen, dann haben wir da draußen nichts zu fürchten.
Wir haben Sein Wort.

Er lädt uns ein, Teil einer Geschichte zu sein,
involviert zu sein in Seiner Geschichte.

Als Jesus die Jünger zusammenruft, kurz vor Seiner Himmelfahrt, sagt er was? In Mat.28,18:„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde!“

Die Jünger konnten sagen, ja, haben wir gesehen, wir waren Zeugen. Es stimmt!

Und dann spricht Jesus aus, wozu sie da sein sollten, wie sie Teil einer großen Geschichte werden sollten, wie sie dafür sorgen sollten, dass Menschen von der guten Botschaft hören, aber dass sie auch lernen zu gehorchen.
19 „Geht [nun] hin und machet alle Völker zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehret sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe.

Und dann spricht Er die wunderbare Verheißung aus:
„Seid gewiss, ich bin bei Euch alle Tage!“

Jesus involviert sie, Jesus involviert uns, Teil einer großen Geschichte, seiner Geschichte zu werden und fordert uns auf:
Ihm zu trauen und auf Ihn zu hören!
Und ich benutze das in unserer Zeit so unattraktive Wort gehorchen.
Vertraue und gehorche!

Wir können hier sitzen und sagen, super. Aber bewegen uns die Worte wirklich zum Handeln? Lasst uns bewegt werden. Es ist nicht die Geschichte von uns, es ist die Geschichte von Jesus, in die Er uns mit hineinnehmen will. Und er will Dich mit hineineinnehmen als Du selbst.

Traue Ihm und gehorche!

Er hat verheißen mit uns zu sein, alle Tage.

Du bist nicht so allein, wie Du Dich vielleicht fühlst.

Und es ist egal, durch welchen Sturm Du gerade gehst. Durch den heiligen Geist ist er auch heute anwesend. Wir haben die Zusage Seiner Anwesenheit. Und Er redet immer noch. Und wenn wir gehorsam sind, durch uns. Er möchte uns involvieren. Und Er ist mit uns!

Traue Ihm und gehorche!

Wir können Seine Wahrheit teilen mit den Menschen, mit unserem Mund. Und die Geschichte ist nicht über uns, sie ist über Jesus.
Seine Liebe soll durch unsere Hände sichtbar werden.
Seine Autorität in unserer menschlichen Ausführung.
Seine Worte sollen durch unseren Mund gehört werden.
Ist es nicht so, dass die ganze Geschichte von Jesus die Antwort auf die Frage der Jünger ist:
Sorgt es Dich nicht ... !

Er sorgt sich! Er trägt Sorge!

Genug, um auf die Erde zu kommen!
Genug, um für uns zu sterben!
Mit genug Macht und Autorität um den Sieg über Sünde, Hölle, Tod und Teufel davon zu tragen und uns Leben zu geben.

Er sorgt sich!

Und der Weg, wie er sich sorgt, heute im hier und jetzt, ist durch uns.

Er gebraucht alles:

  • Unseren Gehorsam.
  • Unsere Andacht.
  • Unseren kleinen Glauben.
  • Unseren Sturm.
  • Unsere Ängste.
  • Unser Bibelstudium.
  • Und die Sekunden unseres Gehorsams, durch die Menschen verändert werden können.

1. Es geht nicht um uns

2.  Alles dreht sich um Jesus! Es geht um Jesus!

3.  Er will uns involvieren!

Vertraue und gehorche!

Herzliche Grüße
Volker Timmerbeil

 

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