Wort zum Sonntag am 17. Mai 2020 in Wuppertal-Elberfeld/Ostersbaum

 Liebe Geschwister,

seid gegrüßt mit der dritten „Lebensregeln“ von Martin Schleske. Die ersten beiden kenn Ihr ja schon:

  • Lass dich führen!
  • Gib acht, dass dein Leben in der Anbetung bleibt!
  • Lass los, was du mit Druck erreichen willst. Nur die selbstsüchtigen Dinge kannst du erzwingen; die wesentlichen Dinge aber sollst du empfangen.

Ich denke, dass Martin Schleske mit diesem Satz recht hat. Natürlich liegen uns Dinge und Personen auf dem Herzen. Aber, es gibt eben auch Angelegenheiten, die sich meinem Einflussbereich entziehen und die ich keineswegs steuern kann. Dazu zählt unter anderen, die Entscheidung jedes einzelnen Menschen mit Gott oder ohne Gott zu leben. Ich kann es nicht erzwingen, dass jemand an Jesus Christus glaubt. Der Predigttext für den kommenden Sonntag hilft uns da weiter. Ich werde nicht so sehr auf das „Vater unser“ eingehen, sondern mehr über die Verse vor und nachher.

Der Predigttext für den 17. Mai steht in Matth. 6,5-15 (Neue evangelistische Übers.)

5 Wenn ihr aber betet, macht es nicht so wie die Heuchler, die sich dazu gern in die Synagogen und an die Straßenecken stellen, damit sie von den Leuten gesehen werden. Ich versichere euch: Das ist dann schon ihr ganzer Lohn.

6 Wenn du betest, geh in dein Zimmer, schließ die Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.

7 Beim Beten sollt ihr nicht plappern wie die Menschen, die Gott nicht kennen. Sie denken, dass sie erhört werden, wenn sie viele Worte machen.

8 Macht es nicht so, wie sie! Denn euer Vater weiß ja, was ihr braucht, noch bevor ihr ihn bittet.

9 Ihr sollt vielmehr so beten:

Unser Vater im Himmel!

Geehrt werde dein heiliger Name!

10 Deine Herrschaft komme!

Dein Wille geschehe auf der Erde so wie im Himmel!

11 Gib uns, was wir heute brauchen!

12 Und vergib uns unsere ganze Schuld!

Auch wir haben denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.

13 Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern befreie uns von dem Bösen!

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit

In Ewigkeit. Amen

14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben.

15 Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Vergebungen nicht vergeben.

Was für ein Abschnitt! Jesus lädt zum Beten ein und zeigt uns WIE wir beten können. Das ist insofern genial, weil durch das Gebet ein Kontakt zu dem lebendigen Gott und Schöpfer hergestellt wird, dem alle Macht im Himmel und auf der Erde gehört. Menschen, die keine Beziehung zu Gott haben finden das anmaßend und befremdlich. Aber es ist wahr: Wir dürfen zu Gott beten – nichts und niemand kann uns daran hindern. Jesus warnt vor 2 Dingen. Er warnt davor das Gebet zu missbrauchen. 1.Das Gebet nicht zur Selbstdarstellung zu verwenden, und 2.Nicht plappern. Beides begründet Jesus kurz und knapp. Das Gebet ist Reden mit Gott. Wenn ich mit dem Gebet ausdrücken will, wie toll und fantastisch ich beten kann, ist es im Grund kein Gebet mehr, sondern eine Botschaft an andere Menschen, frei nach dem Motto: „Seht her, wie toll ich bin“! Diese Form des Missbrauchs kann durch eine ganz einfache Maßnahme ausgeschlossen werden. In Vers 6 sagt Jesus: „Wenn du betest, geh in dein Zimmer, schließ die Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.“ Bete in deinem Zimmer! Ganz alleine vor Gott. Du kannst Gott alles sagen und dein Herz vor Gott ausschütten. Ja, du kannst Gott das sagen, was du keinem Menschen anvertrauen würdest. Das ist möglich. Gott hört dich. Gott wird nicht jedes Gebet so erhören, wie du es Dir vorstellst, aber auf diesem Gebet liegt die Verheißung, dass Gott dich belohnen wird! Wie, wann und mit was ist seine Sache. Aber Gott ist reich und voller Fantasie. Gott belohnt üppig und nicht knauserig! Außerdem weiß Gott wie kein anderer, was du benötigst. Deshalb ist es nicht erforderlich die Gebete wie ein Automat zu wiederholen. Natürlich, darf ich Gott Dinge, die mir auf dem Herzen liegen so oft wie es mir wichtig ist ihm sagen. Aber das hat keinen Einfluss darauf, ob und wie, Gott erhört.

Gott erhört Gebet. Dass das so ist, dafür gibt es in der Bibel zahlreiche Beispiele. Wir werden Empfangende. Das was wir von Gott bekommen nehmen wir dankend an. Gerne auch im Voraus. Gott wird erhören! Dies tut er auf seine Art und Weise und so wie es für uns gut ist.

Der letzte Punkt: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Vergebungen nicht vergeben.“ Vergebung spielt eine entscheidende Rolle, besonders für Menschen, denen alles vergeben wurde. Es gehört sich einfach nicht, jemandem die Vergebung schuldig zu bleiben. Hier steht das harte und konsequente Wort: „Wenn ihr den Menschen aber nicht vergebt, dann wird euer Vater auch eure Vergebungen nicht vergeben.“ Ja, was dann? Wenn Gott mir nicht vergibt, dann geht es mir schlecht. Dann ist die Beziehung zu Gott gestört. Die Aufforderung hier kann nicht deutlicher sein: Du hast Wesentliches von Gott empfangen. Jetzt heißt es: „Gewähre Vergebung demjenigen, der an dir schuldig geworden ist!“ Es bleibt kann nicht aus, dass Menschen an mir schuldig werden. Alle Menschen sind Sünder. Auch die von Gott geretteten Menschen sündigen noch. Es braucht mich nicht zu wundern, dass Menschen mich verletzten und an mir schuldig werden. Gottes Vergebung aber ermöglicht es, dass der Kreislauf der Schuld durchbrochen wird. Mir wird vergeben und ich bin aufgefordert, ohne wenn und aber, Vergebung zu gewähren. Dann entsteht Freiheit zu frischem und neuen Leben aus der Kraft Gottes. Wenn es mir schwer fällt, oder unmöglich erscheint Vergebung zu gewähren, dann ist es möglich ganz ernsthaft dafür zu beten, dass mir diese Möglichkeit durch die Kraft Gottes eröffnet wird. Dafür darf ich auch öfters beten, wenn ich merke, dass es mir wiederholt nicht möglich ist Vergebung zu gewähren. So werden wir frei für das Leben, dass Gott uns schenken möchte.

Gebet:

Unser Vater im Himmel!
Geehrt werde dein heiliger Name!
Deine Herrschaft komme!
Dein Wille geschehe auf der Erde so wie im Himmel!
Gib uns, was wir heute brauchen!
Und vergib uns unsere ganze Schuld!
Auch wir haben denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern befreie uns von dem Bösen!
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit.
Amen

 

Segen:

Der Gott, von dem alle Gnade kommt,
hat euch berufen,
mit Christus zusammen
für immer in seiner Herrlichkeit zu leben.
ER
wird euch aufbauen, stärken, kräftigen
und auf festen Grund stellen auch,
wenn ihr jetzt eine Weile leiden musstet.
IHM gehört die Macht
in Zeit und Ewigkeit!

Amen!

 (1.Petrus 5,10+11)

Werner Meier

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